Deutschland made by Mittelstand

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Bielmeiers Blog
28.04.2017

US-Wirtschaft: Sondereffekte verhageln abermals die Bilanz des ersten Quartals

Die jüngst veröffentlichten Daten zum Schwung der US-Wirtschaft im ersten Quartal sind wieder einmal recht schwach ausgefallen, auf das Jahr hochgerechnet wurde nur eine Steigerung um 0,7 Prozent gemeldet. Vorausgegangen war im vierten Quartal ein deutlicher Zuwachs von 2,1 Prozent. Präsident Trump wird den schwachen Jahresauftakt, den die neuesten Daten für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zeigen, wohl als Beweis für die schlechte Verfassung der US-Wirtschaft interpretieren. Nach unserer Einschätzung ist es wichtiger darauf hinzuweisen, dass die Schwierigkeiten, die die Saisonbereinigung bei diesem sehr großen und auch von sehr unterschiedlichen klimatischen Zonen geprägten Land aufwirft, weiterhin bestehen und die statistische Erfassung der wirtschaftlichen Dynamik beeinträchtigen. Wiederholt hat die Statistikbehörde verlautbart, dass besonders der Zeitraum Januar bis März von dieser Problematik betroffen ist und eine Verbesserung weiterhin in Arbeit ist. Aber nicht nur klimatische, sondern auch andere Sondereffekte lasten auf den jüngsten BIP-Daten und haben dafür gesorgt, dass vor allem der private Konsum...

Die jüngst veröffentlichten Daten zum Schwung der US-Wirtschaft im ersten Quartal sind wieder einmal recht schwach ausgefallen, auf das Jahr hochgerechnet wurde nur eine Steigerung um 0,7 Prozent gemeldet. Vorausgegangen war im vierten Quartal ein deutlicher Zuwachs von 2,1 Prozent. Präsident Trump wird den schwachen Jahresauftakt, den die neuesten Daten für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zeigen, wohl als Beweis für die schlechte Verfassung der US-Wirtschaft interpretieren. Nach unserer Einschätzung ist es wichtiger darauf hinzuweisen, dass die Schwierigkeiten, die die Saisonbereinigung bei diesem sehr großen und auch von sehr unterschiedlichen klimatischen Zonen geprägten Land aufwirft, weiterhin bestehen und die statistische Erfassung der wirtschaftlichen Dynamik beeinträchtigen. Wiederholt hat die Statistikbehörde verlautbart, dass besonders der Zeitraum Januar bis März von dieser Problematik betroffen ist und eine Verbesserung weiterhin in Arbeit ist. Aber nicht nur klimatische, sondern auch andere Sondereffekte lasten auf den jüngsten BIP-Daten und haben dafür gesorgt, dass vor allem der private Konsum als üblicher „Wachstumsgarant“ nur einen sehr schwachen positiven Wachstumsbeitrag geliefert hat.

Die auf einem historischen Hoch notierende Stimmung bei den Konsumenten und auch die gute Beschäftigungslage sprechen jedoch dafür, dass im laufenden und auch in den kommenden Quartalen wieder mit deutlich stärkeren Impulsen vom privaten Verbrauch zu rechnen ist. Von daher rechnen wir unverändert in diesem Jahr mit einem Wachstum der US-Wirtschaft in Höhe von rund zwei Prozent. Gestützt wird unsere Einschätzung, die vor den jüngsten Zahlen manchem recht optimistisch erscheinen mag, auch durch die weiterhin positive Entwicklung der Investitionen. Diese lieferten das dritte Quartal in Folge einen positiven Wachstumsbeitrag, der sich gleichermaßen auf Investitionen in Ausrüstungen, in Wohnungsbauten und in Gewerbebauten verteilte. Auch das insgesamt recht gute Wirtschaftsklima spricht für wieder höhere Wachstumsraten in den kommenden Monaten.

Die witterungsbedingten Bremseffekte bestanden im ersten Quartal dieses Jahres in ungewöhnlich milden Temperaturen, die für diese Jahreszeit vergleichsweise niedrige Ausgaben für Strom und Gas zur Folge hatten. Ein weiterer negativer Effekt, der den Schwung der privaten Konsumausgaben noch sichtbarer drosselte, waren rückläufige Autokäufe. Nach kräftigen Verkaufszahlen in den vorangegangenen drei Quartalen hatten die für den Einzelhandelsumsatz vorliegenden Daten bereits eine Korrektur in diesem Bereich angedeutet. Am meisten Wachstum ging aber durch einen recht verhaltenen Lageraufbau verloren, der allein das wirtschaftliche Tempo um -0,9 Prozentpunkte drosselte. Als wären das nicht schon genug negative Faktoren wurden darüber hinaus auch noch von öffentlicher Seite die Ausgaben reduziert, was das Wachstum um weitere -0,3-Prozentpunkte reduzierte. Zumindest auf kommunaler Ebene könnte diese Entwicklung im Zusammenhang mit der Präsidentschaftswahl vom vergangenen Herbst stehen, auf Bundesebene bremsten verringerte Verteidigungsausgaben. Der Außenhandel lieferte nach der ersten Schätzung für die BIP-Daten zwar erfreulicherweise keinen negativen, aber auch keinen positiven Wachstumsbeitrag. Immerhin konnten die Exporte stärker gesteigert werden als die Importe. Dennoch dürften diese Zahlen kaum geeignet sein, um den US-Präsidenten von seinen Vorbehalten gegenüber einem freien Welthandel und der Neuverhandlung des Handelsabkommens NAFTA mit Kanada und Mexiko abzubringen.

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28.04.2017

Renzi und kein Neuanfang in Italien

Kommenden Sonntag will sich Matteo Renzi, der ehemalige italienische Ministerpräsident, erneut zum Generalsekretär der sozialdemokratischen PD wählen lassen. Der Nimbus des einstigen reformeifrigen Senkrechtstarters ist nach drei Jahren in Regierungsverantwortung und einem verlorenen Verfassungsreferendum längst verflogen. Nichtsdestotrotz hat Renzi beste Aussichten, den Thron seiner Partei erneut zu besteigen, mangelt es mit Justizminister Michele Emiliano und dem Präsidenten der Region Puglia, Andrea Orlando, an ernstzunehmenden Herausforderern. Während die stimmberechtigten Italiener bei der offenen Wahl in den beiden stärker linksorientierten Kontrahenten wohl keine geeignete Alternativen sehen, stehen viele PD-Fraktionsmitglieder Renzi aufgrund seines gemäßigten, wirtschaftsfreundlichen Kurses recht kritisch gegenüber. Im Februar hatte sich deswegen schon ein Teil des linken Parteiflügels von der PD abgespalten, was dazu führte, dass nun die linkspopulistische Fünf-Sterne-Bewegung in Umfragen den ersten Platz markiert. Das Interesse an vorgezogenen Neuwahlen dürfte für die amtierende Regierungspartei PD und inzwischen auch Renzi somit gebremst sein. Ob ausgerechnet Renzi der Partei nach den...

Kommenden Sonntag will sich Matteo Renzi, der ehemalige italienische Ministerpräsident, erneut zum Generalsekretär der sozialdemokratischen PD wählen lassen. Der Nimbus des einstigen reformeifrigen Senkrechtstarters ist nach drei Jahren in Regierungsverantwortung und einem verlorenen Verfassungsreferendum längst verflogen. Nichtsdestotrotz hat Renzi beste Aussichten, den Thron seiner Partei erneut zu besteigen, mangelt es mit Justizminister Michele Emiliano und dem Präsidenten der Region Puglia, Andrea Orlando, an ernstzunehmenden Herausforderern. Während die stimmberechtigten Italiener bei der offenen Wahl in den beiden stärker linksorientierten Kontrahenten wohl keine geeignete Alternativen sehen, stehen viele PD-Fraktionsmitglieder Renzi aufgrund seines gemäßigten, wirtschaftsfreundlichen Kurses recht kritisch gegenüber. Im Februar hatte sich deswegen schon ein Teil des linken Parteiflügels von der PD abgespalten, was dazu führte, dass nun die linkspopulistische Fünf-Sterne-Bewegung in Umfragen den ersten Platz markiert. Das Interesse an vorgezogenen Neuwahlen dürfte für die amtierende Regierungspartei PD und inzwischen auch Renzi somit gebremst sein. Ob ausgerechnet Renzi der Partei nach den zurückliegenden Niederlagen wieder in die Erfolgsspur verhelfen kann, ist zweifelhaft. Die Politikverdrossenheit der Italiener in Anbetracht anhaltender wirtschaftlicher und sozialer Probleme, die die Fünf-Sterne-Bewegung erst stark machte, könnte angesichts des fehlenden Muts eines Neuanfangs der Sozialdemokraten nun sogar noch weiter zunehmen.

Nachdem Macron in Frankreich die erste Runde der Präsidentschaftswahlen gewinnen konnte und nun gute Aussichten hat, auch in der Stichwahl gegen die Rechtspopulistin Le Pen zu siegen, wird Italien voraussichtlich mehr in den Fokus der (Finanzmarkt-) Aufmerksamkeit rücken. Das Land bekommt seine strukturellen Probleme einfach nicht in den Griff. Eine nachlässige Haushaltspolitik trägt weiter dazu bei, dass Italien nach Griechenland der am höchsten verschuldete Staat der Währungsunion bleibt, obwohl das Peripherieland mit am stärksten von der ultra-expansiven Geldpolitik der EZB profitiert. Eine fiskalische Gefahr stellen auch einzelne angeschlagenen Großbanken dar, denen die Regierung bereits finanzielle Unterstützung durch den Steuerzahler zugesagt hat. Gleichzeitig mangelt es der italienischen Wirtschaft seit Jahren an Dynamik, was nicht zuletzt auf den schleppenden Reformprozess zurückzuführen ist. Auch die Ratingagenturen stehen Italien weiter äußerst kritisch gegenüber. Während DBRS bereits seit Anfang dieses Jahres und Fitch vor einer Woche den Daumen gesenkt haben, ist zumindest eine Herabstufung des Ratingausblicks durch S&P Anfang Mai auch nicht ausgeschlossen.

Die dem politischen System inhärenten, häufigen Regierungswechsel machen eine konsequente Reformpolitik nahezu unmöglich, dabei wäre unter anderem eine Flexibilisierung des Arbeitsmarktes dringend notwendig. Die Ablehnung der Verfassungsreform Ende letzten Jahres hat außerdem die Hoffnung begraben, dass sich die Umsetzungsfähigkeit der Regierung sowie die institutionelle Effizienz Italiens bald verbessern könnten. Die im Februar 2018 regulär anstehenden Parlamentswahlen werden durch populäre, aber kontraproduktive Versprechungen und teure Wahlgeschenke zur Gesundung der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone wohl kaum beitragen. Auch wenn die europa-kritische Fünf-Sterne-Bewegung Schwierigkeiten haben dürfte, eine mehrheitsfähige Regierungskoalition auf die Beine zu stellen, dürften allein ihre potenziellen Erfolgsaussichten zu weiterer Beunruhigung nicht nur in Brüssel, sondern auch an den Kapitalmärkten beitragen. Zudem ist nicht ausgeschlossen, dass die mit den Populisten zumindest bereits kokettierende Forza Italia nicht doch ein Bündnis schmieden würde. Somit droht Bella Italia langsam aber sicher Frankreich als das Sorgenkind der Eurozone abzulösen.

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28.04.2017

Britisches Wirtschaftswachstum verliert in Q1 an Dynamik, der Brexit spielt hierbei aber noch keine Rolle

Die britische Wirtschaft hat im ersten Quartal dieses Jahres sichtlich an Tempo verloren. Das vierteljährliche Wirtschaftswachstum ist auf 0,3 Prozent gesunken. Im Schlussquartal 2016 wurde noch ein deutlich höheres Wachstum von 0,7 Prozent erreicht. In dieser Abschwächung könnte eine konjunkturelle Reaktion auf den soeben angestoßenen Brexit-Prozess zu sehen sein. Wir halten dies aber höchstens für bedingt plausibel. Die Entwicklung der einzelnen Wirtschaftssektoren zeigt recht solide Wachstumsbeiträge aus dem verarbeitenden Gewerbe sowie der Bau- und der Ölindustrie. Alle Bereiche haben das BIP-Wachstum gestützt – ein Bild, das in der Vergangenheit bei diesen sehr volatilen Branchen und der chronisch schwachen Entwicklung der britischen Industrie eher selten zu sehen war und deshalb positiv ist. Auffällig ist jedoch das relativ schwache Wachstum im Dienstleistungsbereich mit lediglich 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Dies ist der niedrigste Zuwachs seit zwei Jahren. Mit seinem sehr hohen Anteil von fast 80 Prozent ist der Service-Sektor das Rückgrat der...

Die britische Wirtschaft hat im ersten Quartal dieses Jahres sichtlich an Tempo verloren. Das vierteljährliche Wirtschaftswachstum ist auf 0,3 Prozent gesunken. Im Schlussquartal 2016 wurde noch ein deutlich höheres Wachstum von 0,7 Prozent erreicht. In dieser Abschwächung könnte eine konjunkturelle Reaktion auf den soeben angestoßenen Brexit-Prozess zu sehen sein. Wir halten dies aber höchstens für bedingt plausibel.

Die Entwicklung der einzelnen Wirtschaftssektoren zeigt recht solide Wachstumsbeiträge aus dem verarbeitenden Gewerbe sowie der Bau- und der Ölindustrie. Alle Bereiche haben das BIP-Wachstum gestützt – ein Bild, das in der Vergangenheit bei diesen sehr volatilen Branchen und der chronisch schwachen Entwicklung der britischen Industrie eher selten zu sehen war und deshalb positiv ist. Auffällig ist jedoch das relativ schwache Wachstum im Dienstleistungsbereich mit lediglich 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Dies ist der niedrigste Zuwachs seit zwei Jahren. Mit seinem sehr hohen Anteil von fast 80 Prozent ist der Service-Sektor das Rückgrat der britischen Wirtschaft, der in den letzten Jahren stets für solide Wachstumsbeiträge gesorgt hat. Der Schwächeanfall jetzt konzentriert sich vor allem auf konsumnahe Branchen wie die Gastronomie oder den Einzelhandel, deren Wertschöpfung zum Jahresauftakt sogar geschrumpft ist. Dagegen zeigt der Finanzsektor eine nach wie vor kräftige Entwicklung.

Wir gehen davon aus, dass vor allem der deutliche Anstieg der Verbraucherpreise in den letzten Monaten die Kauffreude der britischen Verbraucher gebremst hat. Die immer noch recht verhaltene Entwicklung bei den Löhnen konnte zuletzt kaum noch mit der Inflation mithalten und dürfte die Kaufkraft der privaten Haushalte gedrosselt haben. Dies ist natürlich indirekt eine Auswirkung des Brexit-Prozesses, da die Abwertung des Pfund-Sterlings die Verbraucherpreise allmählich nach oben treibt. Eine größere Verantwortung für den jüngsten Inflationsschub trägt aber der Wiederanstieg des Ölpreises vom vergangenen Jahr – ein Effekt, der nun allmählich ausläuft.

Wir gehen davon aus, dass die britische Wirtschaft bereits in den kommenden zwei Jahren der Brexit-Verhandlungen und damit vor dem eigentlichen Austritt aus der EU in Mitleidenschaft gezogen wird. Nachdem sich das Wachstum aber nach dem Brexit-Votum in der zweiten Jahreshälfte 2016 als überraschend robust und widerstandsfähig erwiesen hat, sollten sich diese Effekte eher langsam und schleichend einstellen. Dass der konjunkturelle Schwung nun plötzlich abgerissen sein könnte, ist wenig wahrscheinlich. Dies lassen auch die Stimmungsumfragen nicht erkennen, die auf ein nach wie vor gutes Wirtschaftsklima hinweisen. Schwankungen sind dabei aber durchaus möglich, weshalb der Tempoverlust auch mit Blick auf das sehr gute Wachstum im Vorquartal bewertet werden sollte. Eine erneute Wachstumsbeschleunigung im laufenden Quartal ist nicht ausgeschlossen. Auf Jahresbasis hat sich das Wachstum von 1,9 auf sehr solide 2,1 Prozent erhöht. Damit gehört Großbritannien unter den großen Industrienationen immer noch zu den Spitzenreitern.

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28.04.2017

Inflationsrate im Euro-Raum: Ostern treibt Teuerung – Jahreshöchststand sollte erreicht worden sein

Noch einmal nimmt die Inflationsrate im Euro-Raum Anlauf. Die jährliche Rate lehnt sich im April, nach vorläufigen Daten, mit +1,9 Prozent wieder an die Zielmarke der EZB von „nahe aber unter 2 Prozent“ an. Ein Indiz für einen zunehmenden Preisdruck in der Währungsunion liefert der Aprilwert allerdings nicht. Der Anstieg ist vielmehr auf den sogenannten Ostereffekt zurückzuführen, was insbesondere an dem abrupten Anstieg der Kernrate ablesbar ist. Von nun an dürfte sich der Preisdruck im weiteren Jahresverlauf wohl tendenziell erst einmal wieder abbauen, da insbesondere der starke Auftrieb bei den Energiepreisen abnehmen dürfte – vorausgesetzt, der Ölpreis schlägt keine unerwarteten Kapriolen.  Damit sollte er Rechtfertigungsdruck der EZB zunächst wieder abnehmen. Jedoch bleibt festzuhalten, dass die weniger volatile Kernrate der Inflation auf 1,2% gestiegen ist. Wenn sich diese Entwicklung fortsetzen sollte, dürfte die EZB schnell wieder in Erklärungsnot kommen, warum man den geldpolitischen Kurs nicht den fundamentalen Entwicklungen anpasst. Der erneute...

Noch einmal nimmt die Inflationsrate im Euro-Raum Anlauf. Die jährliche Rate lehnt sich im April, nach vorläufigen Daten, mit +1,9 Prozent wieder an die Zielmarke der EZB von „nahe aber unter 2 Prozent“ an. Ein Indiz für einen zunehmenden Preisdruck in der Währungsunion liefert der Aprilwert allerdings nicht. Der Anstieg ist vielmehr auf den sogenannten Ostereffekt zurückzuführen, was insbesondere an dem abrupten Anstieg der Kernrate ablesbar ist. Von nun an dürfte sich der Preisdruck im weiteren Jahresverlauf wohl tendenziell erst einmal wieder abbauen, da insbesondere der starke Auftrieb bei den Energiepreisen abnehmen dürfte – vorausgesetzt, der Ölpreis schlägt keine unerwarteten Kapriolen.  Damit sollte er Rechtfertigungsdruck der EZB zunächst wieder abnehmen. Jedoch bleibt festzuhalten, dass die weniger volatile Kernrate der Inflation auf 1,2% gestiegen ist. Wenn sich diese Entwicklung fortsetzen sollte, dürfte die EZB schnell wieder in Erklärungsnot kommen, warum man den geldpolitischen Kurs nicht den fundamentalen Entwicklungen anpasst.

Der erneute Anstieg der Inflationsrate im Euro-Raum deutete sich bereits im Vorfeld durch die vorläufigen Daten aus Deutschland (+2,0 Prozent) und Spanien (+2,6 Prozent) an, wo die harmonisierte Inflationsrate die Markterwartungen positiv überraschen konnte. Verantwortlich dafür dürfte sich vor allem der sogenannte Ostereffekt zeigen. Üblicherweise verteuern sich im Ostermonat die Dienstleistungspreise besonders in den Segmenten Touristik und Transport. Da Ostern in diesem Jahr im April liegt und im vergangenen Jahr in den März fiel, ergibt sich im Vorjahresvergleich eine Verzerrung bei der Inflationsrate, die sich außergewöhnlich positiv auf die Teuerung im April auswirkte.

In Frankreich hingegen sank die Dienstleistungskomponente in der Inflationsrate sogar leicht. Das dürfte unter anderem an den Nachwirkungen aus dem Winterschlussverkauf gelegen haben, der die Preise im Folgemonat März etwas überzeichnet hatte. Im April dürfte sich dieser positive Preisdruck wieder abgebaut und dem Ostereffekt entgegengewirkt haben. Dadurch verharrte die harmonisierte Inflationsrate im April mit +1,4 Prozent auf ihrem Vormonatswert.

Ist das Ende der Fahnenstange erreicht? Die turbulente Entwicklung der Inflationsrate für den Euro-Raum dürfte im April ihr vorläufiges Ende gefunden haben. Verschiedene Sondereffekte wie der rasante Anstieg der Energiepreiskomponente, der temporäre Nahrungsmittelpreisauftrieb und der Ostereffekt sind erst einmal passé. Vorausgesetzt der Ölpreis notiert weiterhin in der Preisspanne der vergangenen Monate, dann dürfte sich die EWU-Inflationsrate in den kommenden Monaten erst einmal wieder abbauen und sich damit vorerst wieder von der EZB-Zielmarke entfernen.

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19.12.2016

Mittelstand im Mittelpunkt: Mittelstand in bester Stimmung

Ergebnisse der Mittelstandsanalysen und der Mittelstandsumfrage des
Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) und der DZ BANK.

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Die Initiative der DZ BANK und der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken für den Mittelstand – ein Netzwerk aus Spezialisten mit über 150 Jahren Erfahrung.

  • Volksbanken Raiffeisenbanken

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    Im Firmenkundengeschäft bietet sie gemeinsam mit den Partnern der Genossenschaftlichen FinanzGruppe das gesamte Leistungsspektrum für Firmenkunden an - direkt und gemeinsam mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken.

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  • DZ PRIVATBANK

    Die DZ PRIVATBANK ist der Lösungsanbieter im Private Banking, Fondsdienstleistungs- und Währungsfinanzierungsgeschäft „LuxCredit“ für Kunden der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken. Mit ihren Standorten in Deutschland, Luxemburg, Singapur und der Schweiz sowie dem subsidiären Netzwerk der mehr als 1.000 Genossenschaftsbanken schafft sie eine überzeugende Verbindung von lokaler Nähe, nationaler Erreichbarkeit und internationaler Kompetenz.

  • WL BANK

    Als erfolgreiche Pfandbriefbank in der Genossenschaftlichen FinanzGruppe bietet die WL BANK langfristige Immobilienfinanzierungen für Investoren, Privatkunden und die Wohnungswirtschaft sowie Kommunalkredite für öffentliche Kunden. Sie wurde 1877 am heutigen Hauptsitz Münster gegründet. 370 Mitarbeiter sind hier und an acht weiteren Standorten im gesamten Bundesgebiet tätig.

  • VR-LEASING Aktiengesellschaft

    Als Expertin der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken schafft die VR LEASING mit einfachen und schnellen Finanzierungslösungen unternehmerischen Spielraum für den regional verwurzelten Mittelstand.

    Die VR LEASING bietet Finanzierungslösungen für Fahrzeuge, Maschinen, IKT, Energie- und Umwelttechnik sowie Medizintechnik. Das Produktportfolio erstreckt sich von Leasing, Mietkauf und Kredit über Factoring bis zu Zentralregulierung.

  • VR Corporate Finance

    Die VR Corporate Finance ist der Spezialist für die Bereiche M&A und Corporate Finance im eigentümergeprägten Mittelstand. Mit dem Ziel, die unternehmerischen Werte ihrer Kunden zu steigern, berät sie bei Nachfolgelösungen, Unternehmenskauf, -verkauf, Kapitalbeschaffung und bei allen weiteren eigenkapitalbezogenen Fragen. Sektorexpertise, regionale Nähe, Internationalität und Teamgröße machen sie zu einer der führenden M&A Mittelstandsberatungen in Deutschland.

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    VR Equitypartner zählt zu den führenden Eigenkapitalfinanzierern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mittelständische Familienunternehmen begleitet die Gesellschaft zielorientiert bei der strategischen Lösung komplexer Finanzierungsfragen. VR Equitypartner bietet Mehrheits- und Minderheitsbeteiligungen sowie Mezzaninefinanzierungen an. Beteiligungsanlässe sind Wachstums- und Expansionsfinanzierungen, Unternehmernachfolgen oder Gesellschafterwechsel.

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    Die DG HYP ist die gewerbliche Immobilienbank der Genossenschaftlichen FinanzGruppe und eine der führenden Pfandbriefbanken in Deutschland. Das Kerngeschäftsfeld ist die gewerbliche Immobilienfinanzierung, die die DG HYP mit Investoren sowie als Partner der mehr als 1.100 Volksbanken und Raiffeisenbanken betreibt. Der Fokus der Geschäftsaktivitäten liegt auf Objektfinanzierungen im deutschen Markt in den Immobiliensegmenten Büro, Wohnungsbau und Handel.